19.04.2022

Frühlingserwachen mit Rosmarin

Endlich geht’s los! Der Frühling kommt. Und mit ihm das Grün, die Säfte beginnen zu fließen und die Knospen zu treiben. Im März beginnt die Natur ihren Reigen aufs Neue. Wer sonst als der Rosmarin repräsentiert diese Aufbruchstimmung, dieses „Los geht’s“ so klar und eindeutig?! Seine feurige Kraft bringt die Dinge in Bewegung. Er verleiht Durchsetzungswillen. Er ist der Impulsgeber für das Frühlingserwachen. Die Energie des Beginnens spiegelt sich in den Macher-Qualitäten und der Ich-Stärkung des Rosmarins wider.Rosmarin Frhlingserwachen - Bernhard Niemczyk2MB.jpg

Werft hier einen Einblick in das März-Rosmarin-Kapitel aus meinem Buch Mein duftes Jahr.

Die Botschaft des Rosmarins
JETZT ist es Zeit, meinen Weg zu gehen

So wirkt Rosmarin auf Körper und Psyche
Körperliche Hauptwirkungen
Das ätherische Rosmarinöl stärkt und belebt den gesamten Organismus. Es stimuliert das Herz-Kreislauf-System. Es wirkt v.a. bei Muskelschmerzen und Rheuma ein sehr schmerzlindernd, da es stark durchblutungsfördern und entstauend wirkt. Wir Frauen können uns auf seine entkrampfende Wirkung bei Menstruationsproblemen und in der Menopause verlassen. Und seine schleimlösenden Eigenschaften helfen mir bei allen Erkältungsbeschwerden. Von seinen stärkenden Eigenschaften auf Haut – nri fettiger und Akne-Haut -  und Haar ganz zu schweigen.

Psychische Hauptwirkungen
Rosmarinöl bringt auch den Geist in Bewegung: es stimuliert mein Gedächtnis und fördert meine Konzentration. Es sorgt mit seinem krautig-aromatischen Molekülen für geistige Beweglichkeit und weckt meine Lebensgeister, wenn die „Batterien“ leer sind. Zudem stärkt dieser Macher der Aromatherapie meine Ich-Kräfte und fördert mein Selbstvertrauen, wenn es gilt, meine Pläne umzusetzen.

Rosmarin ist Salbei
Mittlerweile hat es sich herumgesprochen. Doch im November 2019 sorgte die Ankündigung der britischen Royal Horticultural Society (RHS) in der botanischen Welt für große Überraschung. Die seit nahezu 300 Jahren als Rosmarinus officinalis bekannte Pflanze gilt nicht mehr als eigene Gattung, sondern wird künftig der Gattung der Salvia, dem Salbei, zugeordnet. Dies kommt einer Revolution in der Welt der Botanik gleich, denn Rosmarin (Rosmarinus officinalis) und Salbei (Salvia) gehören seit Beginn der internationalen Nomenklatur für Pflanzen im Jahr 1753 zwei verschiedenen Gattungen an.
Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, so die RHS, ihres Zeichens britische Autorität in botanischen Angelegenheiten, dass der Unterschied der Staubblätter beider Pflanzen nicht groß genug ist, um sie verschiedenen Gattungen zuzuordnen. Der botanische Name lautet seitdem nicht mehr Rosmarinus officinalis, sondern Salvia rosmarinus. Auch wenn botanische Nachschlagewerke korrigiert und botanische Gärten und Gärtnereien im großen Stil Pflanzenetiketten austauschen müssen, darf der seit 7000 Jahren bekannte Rosmarin seinen volkstümlichen Namen behalten.
Rosmarin Frhlingserwachen.jpg
3 Musketiere
Hier findest Du drei verschiedene Rosmarin-Chemotypen (CT) mit ihren unterschiedlichen Wirkschwerpunkten:
Elan & Kraft - R. officinalis/S. rosmarinus CT Cineol 1,8
• Ist gut verträglich, Menschen mit Bluthochdruck sollten es aufgrund seiner anregenden Wirkung dennoch sparsam einsetzen und keine Bäder damit nehmen.
• Das richtige Öl bei Erkältungen und Atemwegsproblemen. Fördert Abhusten und löst Schleim, stärkt die Abwehrkräfte in Grippezeiten
• Durchblutungsfördernd und schmerzlindernd bei Muskelkater, Verspannungen und rheumatischen Beschwerden
• Entkrampfend und regulierend bei Menstruations- und Wechseljahrs-Beschwerden
• Anregend, besonders geeignet für die Langsamstarter am Morgen
• Bei Erschöpfung gibt er Elan und Kraft

Leber & Balance – R. officinalis/S. rosmarinus CT Verbenon
• Der mildeste und verträglichste Rosmarin-Typ, da er kaum Kampfer enthält und dadurch für empfindliche Menschen gut verträglich ist
• Stärkt Leber und Galle, z.B. nach Fastenkuren: Einreibungen und Leber-Bauchwickel
• Eine gute Wahl bei hormonellen Problemen in der Menopause und bei Schwierigkeiten mit dem Menstruationszyklus
• Verdauungsfördernd, aktivierend, entkrampfend z.B. bei Bauchkrämpfen
• Gut bei nervöser Müdigkeit und Erschöpfungszuständen
• Wirkt stark regenerierend auf die Haut; Rosmarinhydrolat: bei Hautproblemen und Akne
• Ausgleichende Wirkung bei inneren Konflikten

Herz & Schmerz - R. officinalis/S. rosmarinus CT Kampfer
• Sollte nur von erfahrenen Aromakundigen angewendet werden
• Wirkt am stärksten bei niedrigem Blutdruck und Kreislaufproblemen
• Besonders hilfreich bei Muskel- und Nervenschmerzen
• Menschen mit Bluthochdruck sollten die anderen beiden Chemotypen nutzen, da der Kampfer-Rosmarin stark blutdrucksteigernd wirkt
• Stimuliert Herz, Kreislauf und Atmung, v.a. in Kombination mit Lavendel fein
• In niedriger Dosierung anregend, in hoher Dosierung beruhigend

Los geht’s - Riechfläschchen
Rosmarin Frhlingserwachen2 - Bernhard Niemczyk2MB.jpgDiese Motivations-Mischung gibt bei Antriebslosigkeit und Frühjahrsmüdigkeit wertvolle Starthilfe.Gib
2 Tr. Rosmarin CT Cineol
2 Tr. Lemongrass und
1 Tr. Tulsi
auf einen Wattebausch und stecke ihn in ein Fläschchen oder eine kleine Dose.
Wenn Du unmotiviert und unruhig bist und die inneren Konflikte wachsen, vitalisiert Dich dieser frische und würzige Duft.

Diese Informationen und noch vieles mehr an Wissenswertem, Rezepten und den motivierenden Eigenschaften des Rosmarins findest Du in meinem Buch Mein duftes Jahr. Hier kannst Du einen Blick in mein Buch werfen: Blick ins Buch

Admin - 12:14 @ Allgemein, Buch, Ätherische Öle | Kommentar hinzufügen

10.02.2022

Spiel mit! Dufte Spiele für Kinder

In Japan gibt es die Tradition des Koh-Do, den „Weg des Duftes“, der seit vielen Jahrhunderten praktiziert wird. Man „lauscht“ dem Duft wenn man ihn riecht. Ursprünglich zum rituellen Gebrauch und für die meditative Versenkung verwendet, liebte man auch die Unterhaltung mit Duftspielen, um die Gemeinschaft zu pflegen und die Sinne zu verfeinern.

Kirschblte Japan.jpg

Unterhaltsam, kreativ und wohltuend

Auch heute noch können wir uns gemeinsam mit Kindern an dieser schönen Praxis der Duftspiele erfreuen. Sie sind unterhaltsam, fördern die Kreativität und tun auch noch gut. Denn das Spielerische geht mit der aromatherapeutischen Wirkung Hand in Hand: sie können beruhigen, die Konzentration fördern oder Ängste lindern. Das sinnliche Erleben fördern sie dabei immer. Hier ist eine kleine Auswahl an Duftspielen für Kinder und die ganze Familie.

Märchen vorlesen mit Düften

Kinder lieben es, wenn ihnen vorgelesen wird. Dafür eignen sich Duftmärchen und Kräutergeschichten besonders gut.  Während des Vorlesens kannst Du einen Riechstreifen herumgehen lassen oder bereits vorher den Raum beduften, mit einem Raumspray aus Lavendel, Rose oder Melisse. Die Auswahl der Düfte richtet sich nach dem Märchen.

Die findest Du beispielsweise im Gartenmärchenbuch Der Duft der Rose von Barbara Nasel (!), in dem nicht nur die Königin der Blumen, sondern auch Lavendelelfen, Kamillekrankenschwestern und viele andere Pflanzenseelen ihren bezaubernden Auftritt haben. Auch Folke Tegetthoffs Kräutermärchen ist ein sinnenfreudiges Vorlesebuch für kleine und große Märchenfans.

Düfte malen – Gefühle malen

Düfte beschreiben ist eine Sache, Düfte malen eine ganz andere. Egal ob Erwachsene oder Kinder, es ist ein tiefes seelisches Erleben, wenn man beim Reichen eines Duftes seine Gefühle in einem Bild festhält. Man nimmt sozusagen Tuchfühlung mit sich selbst auf und kommt ganz zu sich.

Lege dazu bereit: Papier und Buntstifte, Wachsmalkreiden oder Wasserfarben

Und so geht’s: Jedes Kind erhält ein Taschentuch, auf das Du einen Tropfen ätherisches Öl Mandarine rot gibst. Daran soll es intensiv riechen. Erkläre, dass es darum geht, das Gefühl beim Riechen des Duftes in einem Bild festzuhalten. Es ist kein Wettbewerb und es gibt keine Noten dafür. Wichtig ist, dass Du den Kindern vorher nicht verrätst, um welchen Duft es sich handelt. Sonst malen sie das, was sie wissen und weniger das, was sie riechen und fühlen. Im Anschluss an das Malen dürfen sie erraten, um welchen Duft es sich handelt.

Du kannst zum Einstieg eine kurze geführte Meditation machen: „Setze Dich entspannt hin. Schließe für einen Moment die Augen. Rieche intensiv an dem Duft. Spüre, wie Dir der Duft in die Nase steigt. Lasse den Duft auf Dich wirken… Und jetzt male, was Du fühlst.“

Gemalte Blumen.jpg

Welche Form hat der Duft? Unterhaltung über Düfte

Dies ist ein Duftspiel, in dem sich die Kinder selbst wahrnehmen und miteinander austauschen können. Jedes Kind erhält wieder ein Taschentuch oder einen Riechstreifen mit einem Tropfen ätherischem Öl Deiner Wahl. Alle Kinder erhalten dasselbe Öl. Auch hier nehmen sie zuerst auf intensive Weise den Duft wahr. Danach unterhalten sich alle Kinder über folgendes:

Ist der Duft angenehm oder unangenehm? (z.B. können sie Schulnoten vergeben)

Wo spürst Du den Duft im Körper? (Nase, Kopf, Füße, Bauch…)

Was macht er da? (Kitzeln, stechen, drücken…)

Wenn der Duft eine Form hätte oder ein Wesen wäre, wie sähe er aus?

Finde deinen Lieblingsduft

Du brauchst dafür: 6 ätherische Öle, 6 Stück Watte, 6 kleine Schraubgläschen, Bewertungsbögen für alle Kinder: mit sechs Duftnummern und drei Smileys (supergut, geht so, igitt)

Und so geht’s: Wähle für dieses Spiel sechs ätherische Öl aus.  Nimm dafür verschiedene Duftrichtungen, also nicht sechs verschiedene Zitrusnoten, sondern eine Zitrusnote, eine Blattnote, einen Baumduft, einen balsamischen Duft etc. Geeignete ätherische Öle, die Kinder oft mögen sind z.B. Mandarine rot, Orange, Grapefruit, Zitrone, Melisse, Bergamottminze, Lavendel, Cajeput, Ho-Blätter, Kamille römisch, Fichtennadel, Zeder, Vanille, Benzoe, Patchouli

Tropfe von jedem Öl jeweils 2-3 Tropfen auf ein Stück Watte und stecke jede Duftwatte in ein kleines Schraubgläschen. Jedes Kind soll nacheinander an jedem der sechs Fläschchen riechen und anschließend die sechs Düfte bewerten. Dafür markiert es auf dem vorbereiteten Blatt Papier einen der drei Smileys. Aus dem sechs Düften darf nun jedes Kind seinen Lieblingsduft aussuchen und erzählen, was es an ihm gerne mag. Danach erklärst Du, um welche Düfte es sich handelt, zeigst Fotos der Pflanzen und erzählst, wo und wie sie wachsen.

Dufte KnetmasseKnetmasse und Kind.jpg

Es gibt ein paar wirklich gute Gründe, Knetmasse selbst zu herzustellen, die nicht nur gesund ist, sondern auch noch viel Spass beim „matschen“ macht. Ätherische Öle, die man unter die Masse mischt, können Kindern zudem helfen, sich – je nach Öl - zu beruhigen, Ängste abzubauen oder die Konzentration zu verbessern.

Ein Produkttest von Ökotest aus dem Jahr 2020 hat gezeigt, dass in Fertig-Kinderkneten häufig gesundheitsschädliche Stoffe wie Mineralöle, Formaldehyd und Bor enthalten sind: Ökotest Kinderknete. 60% der zwanzig geprüften Knetmassen enthielten Mineralöl. Aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe, auch als MOAH bekannt, können krebserregende Substanzen enthalten. Formaldehyd, ein Stoff, der Allergien auslösen kann, wurde in einem Viertel der getesteten Kneten entdeckt. Formaldehyd reizt bereits in geringen Mengen die Schleimhäute, kann Allergien auslösen und gilt als krebserregend, wenn es über die Atemluft aufgenommen wird. In Knetmasse enthaltene Borverbindungen können in zu großen Mengen, also z.B. wenn sie geschluckt werden, die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Also heißt es ab sofort erst matschen, dann kneten mit diesem Rezept für selbst gemachte Knetmasse, das für Kinder ab 3 Jahren geeignet ist (inspiriert von Zimmermann/Herber) .

Das brauchst Du dafür:
240 g Weizenmehl
100 g Salz
Ca. 100 ml sehr warmes Wasser
4 EL Jojobaöl
10 Tr. Mandarine rot
10 Tr. Bergamottminze
10 Tr. Vanille
3 Lebensmittelfarben: z.B. rot, grün, gelb

So wird’s gemacht:
• Mehl und Salz vermischen, nach und nach das Wasser zugeben und gut verrühren
• Jojobaöl dazugeben, dadurch wird die Knete geschmeidig und kräftig kneten
• Masse in drei Portionen aufteilen, in jede Portion eine andere Lebensmittelfarbe geben und wieder kräftig kneten.
• Die Kinder dürfen entscheiden, in welche Farbknete welches ätherische Öl kommen soll, d.h. welcher Duft zu welcher Farbe passt
• Jeweils ein ätherisches Öl in eine der Knetportionen tropfen und noch einmal kräftig durchkneten

Fertig ist die dufte und gesunde Knetmasse! Die Kinder sollten sich die selbst gemachte Knete dennoch nicht in den Mund stecken, weil sie viel Salz enthält. Aufbewahren kannst Du die Knetmasse in Schraubgläsern, im Kühlschrank ist sie ca. zwei Wochen haltbar. Sollte die Masse doch mal zu fest werden, kriegt man sie mit ein bisschen Wasser wieder geschmeidig.

Ich wünsche Euch viel Freude und Inspiration!

Admin - 17:33 @ Allgemein, Ätherische Öle

Weihrauch, der Göttliche - Der Februar-Duft

Der Monat Februar steht ganz im Zeichen des Weihrauchs. Seine jahrtausendealte Geschichte kennt viele Legenden und seine rituelle, medizinische und kosmetische Verwendung ist legendär. In der meditativen Versenkung verbindet er innere und äußere Welten miteinander und ermöglicht uns, unserer Weisheit zu lauschen. Mit ihm können wir zu Weltenwanderern werden.

Bild-02_Weihrauch_Hafeneinfahrt Maskat Berg Nah mit Weihrauchbrenner Credit Gisela Leinberger (2).jpg Hier gebe ich Dir einen Einblick in das Februar/Weihrauch-Kapitel aus meinem Buch Mein duftes Jahr.

Die Botschaft des Weihrauchs
Ich bin im Einklang mit meiner inneren und äußeren Welt.

Weihrauch BN.jpgSo wirkt der Weihrauch auf Körper und Psyche

Körperliche Hauptwirkungen
Das ätherische Weihrauchöl als wahres Anti-Aging-Mittel ist seit vielen Jahren fester Bestandteil meiner Gesichtscremes und wegen seiner zellerneuernden Eigenschaften nutze ich ihn auch für die Narbenpflege, um die Elastizität der Haut zu erhalten. Für meine Bronchien und Atemwege ist er ein Balsam, der das Durcharmen wieder leichter macht und zudem den Schleim löst. Linderung und Entspannung bringt er, wenn es schmerzt, sei es bei rheumatischen und arthritischen Beschwerden oder Muskelverpannungen.

Psychische Hauptwirkungen
Ihn einzuatmen, als ätherisches Öl oder als Hydrolat, stärkt mich, fokussiert mich bei der Meditation. Wenn es hoch her geht und ich mich wie erschlagen fühle, entspannt er mich. Selbst wenn meine Laune im Keller ist, hilft er, er löst Ängste und stabilisiert mich.

Seine Heimat

Das Hauptverbreitungsgebiet wild wachsender Weihrauchbäume liegt im Süden der arabischen Halbinsel, Ostafrika und Indien.

Meist stammt das ätherische Weihrauchöl von Bäumen des Boswellia carterii und Boswellia sacra aus Somalia und Boswellia serrata aus Indien. Sehr selten wird auch das edle ätherische Öl aus Oman-Weihrauch (Boswellia sacra), Maydi-Weihrauch (Boswellia frereana) aus Somalia und der kenianische Boswellia neglecta angeboten. Alle Weihrauchöle haben in Duft und Wirkweise einen etwas anderen Schwerpunkt.Weihrauch Oman und Somalia.jpg

Somalisches Weihrauchöl unterscheidet sich wie die anderen Weihraucharten nach Ernteregion, Art der Ernte und Destillationsprozess und duftet in der Regel balsamisch-weich und etwas süßlich mit einer leichten Zitrusnote. Das indische Weihrauchöl stammt aus Nord- und Ostindien sowie Pakistan. Es duftet etwas frischer und leichter als der arabische Weihrauch. Im Ayurveda ist der indische Weihrauch bereits seit vielen hundert Jahren als Heilmittel bekannt. Wissenschaftlich ist er bisher besser erforscht als andere Weihrauchsorten und wird auch in Kapselform angeboten. Bisherige Studien haben gezeigt, dass er auf die Darmschleimhaut, bei chronischen Darmentzündungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) und bei Arthritis entzündungshemmend und beruhigend wirkt.

Boswelliasäuren

Es sind in erster Linie Boswelliasäuren, die in verstärktem Maß für die entzündungshemmende, antiallergische und offenbar auch antitumorale Wirkung verantwortlich zeichnen. Diese sind im Harz und im Hydrolat enthalten, jedoch nicht im ätherischen Öl.

2019 hat die Universität Ulm in einer Studie 40 verschiedene Weihrauchsorten nach ihrem Gehalt an Boswelliasäuren untersucht und die individuellen Boswelliasäurenprofile jedes einzelnen Weihrauchs nachgewiesen. Danach ist die bisher weit verbreitete Annahme falsch, dass es sich bei Boswellia sacra und Boswellia carterii um die gleiche Weihrauchart handelt. Weitere Ergebnisse der Studie findest Du unter Weihrauchstudie Universität Ulm.

Weihrauch-Mazerat Weihrauch_Mazerat in Flasche.jpgWeihrauch-Mazerat KLEIN.jpg

Ein fein duftendes Weihrauch-Hautöl erhältst Du, wenn Du das Harz mazerierst.

Du brauchst dafür 25 g qualitativ hochwertiges Weihrauchharz und 100 ml Jojobaöl.

Das kurz angefrorene Harz grob mahlen oder mörsern und mit dem Jojobaöl mischen. Alternativ kannst Du auch das ganze Harz verwenden.

Das Öl mit dem Harz zwei Stunden lang bei maximal 60° Celsius im Wasserbad erwärmen und währenddessen immer wieder umrühren. Nimm anschließend die Mischung vom Herd, decke sie ab und lass‘ sie über Nacht stehen. Am nächsten Tag erwärmst Du das Öl noch einmal kurz und filterst die balsamisch duftende Essenz in eine dunkle Flasche, die Du kühl aufbewahrst. Wenn Du Zeit hast, kannst Du den Weihrauch auch rund zwei Wochen in Jojobaöl kalt mazerieren. Es ist etwas ganz besonderes, zu erleben, wie sich sein unnachahmliche Duft entfaltet.

Dieses Balsam-Öl eignet sich für eine entspannende Fußreflexzonen- oder Nackenmassage, zur Ganzkörperpflege oder als Parfumöl. Trockene Füße pflegt es hervorragend. Und natürlich kannst Du es auch bei Deiner Salbenherstellung verwenden.

Diese Informationen und noch vieles mehr an Wissenswertem, Rezepten und den harmonisierenden Eigenschaften des Weihrauchs findest Du in meinem Buch Mein duftes Jahr. Hier kannst Du einen Blick in mein Buch werfen: Mein duftes Jahr

Admin - 11:59 @ Allgemein, Buch, Ätherische Öle

15.01.2022

Stark wie eine Zeder - Der Januar-Duft

Dem Monat Januar habe ich die aufbauende Stärke der Atlaszeder zugeordnet. Sie zeigt den Weg aus der Dunkelheit und lässt uns ihre Stärke fühlen. Mit ihr können wir uns auf unsere ureigensten Kräfte besinnen.

Hier gebe ich Dir einen Einblick in das Januar-Zedern-Kapitel aus meinem Buch Mein duftes Jahr.Zeder England Blog.jpg

Die Botschaft der Atlaszeder

Ich fühle meine Stärke und begegne dem Wandel des Lebens aufrecht und gelassen

So wirkt die Atlaszeder auf Körper und Psyche

Körperliche Hauptwirkungen
In Allergiezeiten und bei Stress, wenn mein Immunsystem in die Knie geht, schätze ich die hohe anti-allergene Wirkkraft des ätherischen Atlaszedernöls ganz besonders. Hilfreiche Unterstützung bietet sie Dir auch, wenn Du Schleim lösen und Entkrampfungen lindern willst. Deinen Haarboden entgiftest Du mit dem ätherischen Öl und Hydrolat der Atlaszeder.

Psychische Hauptwirkungen
Wenn das Leben mich fordert und ich mich nach Stabilität und innerer Stärke sehne, ist die Atlaszeder das Öl meiner Wahl. Wenn um mich herum kein Stein auf dem anderen bleibt, wenn es keinen sicheren Hafen zu geben scheint, hole ich mir Kraft, Mut und Halt bei diesem majestätischen Baumriesen…

Wußtest Du, dass… Echtes und falsches Zedernöl

Echtes Zederöl wird aus der Gattung der Zedern, botanisch Cedrus, gewonnen.

Diese Zedern stammen aus dem Libanon, dem Himalaya sowie nordafrikanischen Bergregionen und sind weder in Amerika noch im fernen Osten zu finden: Libanonzeder (Cedrus libani), Atlaszeder (Cedrus atlantica) und Himalayazeder (Cedrus deodora, duftet etwas sanfter und weicher als Atlaszedernöl).

Das echte Zedernöl ist aufgrund der enthaltenen Sesquiterpene besonders gut verträglich und auch für Kinder und Schwangere geeignet.

Zudem setzt echtes Zedernöl die Ausschüttung von Histaminen herab und verfügt damit über eine starke antiallergische Wirkung.Zeder.jpg

Falsches Zedernöl: im englischen Sprachgebrauch werden etliche Arten aus der Familie der Kiefern- und Zypressengewächsen als cedar, also Zedern bezeichnet. Botanisch gesehen sind viele von ihnen jedoch keine Zedern. Die meisten sind Wacholderarten wie die amerikanische Zeder Virginiana (Juniperus virginiana), die Texaszeder (Juniperus mexicana) und die afrikanische Zeder (Juniperus procera). Einige von ihnen können abortiv oder neurotoxisch wirken, da sie in größeren Mengen Monoterpenketone enthalten.

Auch Thujen zählen zu den falschen Zedern. Sie haben im Gegensatz zu echten Zedern einen hohen Gehalt an Thujon, das abtreibend wirken kann und nicht von Kindern und Schwangeren verwendet werden soll. Auch beim Zedernblattöl ist Vorsicht geboten, einer Destillation aus Thuja occidentalis, die auch gelbe, falsche oder weiße Zeder genannt wird. Sie sollte aufgrund ihres hohen Thujongehalts in keinem Fall in Therapien angewandt werden, da sie hautreizend, krampferzeugend und neurotoxisch wirkt.

Also: Augen auf bei der Wahl des – richtigen – Zedernöls!

Zeder Hand.jpgMein Platz – Seelenöl-Rezept

Und hier gibt es noch eines meiner Lieblingsrezepte aus meinem Buch.

Diese würzige Mischung bringt Dich in Zeiten der Unsicherheit und wenn Du Dich fehl am Platz fühlst und nach Anerkennung sehnst, wieder ins Lot und verleiht Dir Stabilität und Souveränität. Ein Schuss Leichtigkeit inklusive.

Mische dafür das Jojobaäl mit den ätherischen Ölen und reibe Dein Dekolleté und den Solarplexus ein:

50 ml Jojobaöl

5 Tr. Atlaszeder

2 Tr. Tulsi

5 Tr. Orange

Diese Informationen und noch vieles mehr an Wissenswertem, Rezepten und den stärkenden Eigenschaften der Zeder findest Du in meinem Buch Mein duftes Jahr. Hier kannst Du einen Blick in mein Buch werfen: Blick ins Buch

Admin - 18:24 @ Allgemein, Buch, Ätherische Öle

22.01.2021

Ballermann

Nase Duftmarketing Aromatherapie.jpg
Kennen Sie das? Da gehe ich in meinem fränkischen Lieblings-Wirtshaus auf die Toilette und erleide einen Schock. Einen Geruchsschock. Nicht, was Sie jetzt denken. Es wabert mir eine undefinierbare, chemische Wolke entgegen. Ganz offensichtlich synthetisch, eklig süß und eindeutig überdosiert. Viel hilft viel. Ich halte die Luft an und suche schleunigst den Ausgang. Zurück in der mit Naturholz getäfelten Gaststube und das hausgebraute Bier schlürfend, zwickt mich dieser penetrante Chemiemief immer noch in der Nase. Ein ungebetener Gast, der schwer loszuwerden ist.

Ballermann-Effekt

Solche oder ähnliche Situationen erlebe ich seit Jahren immer häufiger, ganz egal ob im oberfränkischen Provinzwirtshaus, der Wiener Edelhotel-Lobby oder einer Dubaier Shopping Mall. Künstliche Gerüche sind heute omnipräsent. Überall, vom Waschmittel bis hin zur Bankzentrale treffe ich diese „falschen Freunde“ aus dem Labor.  Sie sollen mir guttun, mich einlullen und zum Verweilen und Einkaufen animieren. Die Verkaufsprofis spielen mit meinem Geruchsgedächtnis und setzen sich mit ihren Fantasiedüften darin fest. Es sind echte Künstler, denn sie kreieren Aromen, die Produkte, Orte, Dienstleistungen unverwechselbar machen. Diese olfaktorische Manipulation soll dabei möglichst „unterschwellig“ vor sich gehen. Von wegen unterschwellig. Ich bin überdosiert. Und im Fluchtmodus.

Zweifelsfrei stehen im WC des Dorfwirtshauses oder der Stadtbibliothek Fragen der Kundenbindung nicht im Vordergrund. Hier geht es eher um Verfügbarkeit und Preis. Wenn der Discounter mal wieder „Duftöle“ für Toilette, Bad und Kinderzimmer verramscht, fällt die Entscheidung leicht. „Es soll ja gut riechen“. Hinter beidem, dem olfaktorischen Discounterschnäppchen und dem Duftmarketing-Ballermann steht dieselbe Haltung: Frischluft ist keine Option. Ihr Ersatz soll einfach in der Anwendung sein und nicht mit permanentem „Betreuungsaufwand“ nerven. Low Maintenance. Und es muss billig sein. Low Budget.

Spllappen Duftmarketing Aromatherapie.jpg

Häkeln für den Nasenfrieden

Das nervt mich. Weil ich mich diesem Duftdiktat nicht entziehen kann. Ich kann meine Nase nun mal nicht verschließen. Und so bleibt mir, mich damit abzufinden – oder fernzubleiben. Der öffentliche Bereich ist von der Geruchsindustrie bereits erobert. Im Haushalt riecht es ganz ähnlich wie im Wirtshaus-WC. Ich bin schon lange dazu übergegangen, geruchsneutrales Waschmittel selbst herzustellen und mit duftneutraler Seife zu duschen. Seit ich kürzlich aus Versehen eine Packung parfümierter (!) Spültücher gekauft habe, die beim Öffnen wie eine Chemiefabrik rochen, habe ich zu häkeln begonnen. Jetzt liegt ein marineblauer Spüllappen im Waffelmuster neben meinem Waschbecken. Eine Erlösung. Und eine Augenweide. Früher mochte ich Pril, weil es mich an meine Kindheit erinnerte. Das mit den bunten Blumen, die ich auf die Küchenkacheln kleben durfte. Damit war’s aus als der Hersteller vor einigen Jahren die Duftrezeptur änderte. Jetzt benutze ich neutrales Bio-Spülmittel und suche mir meine Kindheitserinnerungen woanders.

Die Nase voll

Heutzutage muss alles nach etwas riechen. Warum? Diese permanente Konfrontation mit Gerüchen, seien sie natürlichen oder synthetischen Ursprungs, ist ein Trigger. Er hält nicht nur meine Nase und mein Geruchsgedächtnis auf Trab, sondern meinen gesamten Organismus. Dauernd will was verarbeitet werden. Ich dagegen empfinde es als Wohltat, mal nichts in der Nase zu haben. Und mich, wenn ich Lust auf Duft habe, mit Naturaromen zu umgeben. Vor einigen Jahren hatte mir mein Mann ein wundervolles, kostbares Parfum geschenkt, das ich liebte. Und noch lieben würde, würde es nicht meine Haut, meinen Schrank und den Raum noch Stunden und Tage danach mit seiner Präsenz „erfreuen“. Da hört‘s bei mir auf.

Für meine Umgebung bevorzuge ich selbst gemachte Raumsprays oder japanische Räucherstäbchen. Die verfliegen oder sind irgendwann runter gebrannt. Duftlampen neige ich zu vergessen – sie fallen mir erst wieder ein, wenn es zu spät ist, d.h. wenn ich Kopfschmerzen kriege oder mir übel wird. Ich stelle mich doch auch nicht 24 Stunden vor den Kühlschrank und stopfe pausenlos alles in mich rein.

Schlechte Nachrichten

Synthetische oder „naturidentische“ Duftstoffe bringen nur schlechte Nachrichten mit sich. Man weiß mittlerweile, dass sie Allergien, Asthma, Atemwegserkrankungen verursachen und das Erbgut verändern können. Forschungen bestätigen eine Schwächung des Hormonhaushaltes und des Immunsystems. Von ihren krebserregenden Eigenschaften, die bei Tierversuchen beobachtet werden konnten, ganz zu schweigen.

Kein Wunder also, dass einige Menschen angesichts dieses modernen Geruchsgefängnisses dicht machen, gar nichts mehr riechen wollen und sich jeglichen Duft verbitten, auch den natürlichen.

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Duftminimalismus ist Entschleunigung

Kurz und gut: ich bin ein großer Fan, naturreine Aromen nach Bedarf und Gusto punktuell zu genießen. „Was brauche ich jetzt?“ frage ich mich, wenn ich vor meinen Schatzkästchen stehe, die all die wundervollen Essenzen von Petit Grain bis Patchouli enthalten.

Duftminimalismus ist der Weg aus der Überforderung.

Weniger Konsum bringt mehr Genuss.

Bewusste Verwendung bringt Entschleunigung.

Zeitlich begrenzter Einsatz ist Meditation.

Wenn ich ein Naturparfum kreiere freue ich mich an diesem Moment und auch darüber, dass es irgendwann verflogen, aufgesogen, von meinem Organismus verarbeitet ist. Ich will meine indische Duftmischung vom Vorabend nicht am nächsten Morgen am Schreibtisch in der Nase haben.

Und dann ist da noch die Tarnkappenfunktion: ParfumträgerInnen verkleiden sich mit synthetischen Düften, verstecken sich hinter einem „So will ich sein“-Duftmantel. Am Ende riechen alle gleich.

Will ich das? Ganz sicher nicht. Lieber lasse ich naturreine Aromen sprechen. Die sind einzigartig, unverwechselbar und individuell.

Indien!

Ein Duft, den ich immer sehr genieße, wenn mich das Fernweh nach exotischen Gefilden und flirrender Hitze überkommt:

mein Indien!-Parfum, das ich im Rahmen einer Reise in diesen Subkontinent entwickelt habe.

50 ml Korn oder Wodka

5 Tr. Tulsi

3 Tr. Schwarzer Pfeffer

3 Tr. Ingwer

2 Tr. Champaca

2 Tr. Lemongrass

Mischen Sie alle Zutaten und lassen Sie dieses Seelenparfum einige Tage reifen. Suchen Sie sich ein stilles Plätzchen und sprühen Sie den Duft um Kopf und Oberkörper oder geben Sie ein paar Sprühstoße auf die Innenseite Ihrer Unterarme. Atmen Sie tief durch und genießen Sie einen Moment lang bei geschlossenen Augen.

Dieses Rezept ist im Mai-Kapitel meines Buches Mein duftes Jahr enthalten.

Admin - 18:10 @ Allgemein, Buch, Persönlich, Ätherische Öle



 
 
 
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